Online 24/7. Dem Social Media Wahn entkommen

Mehrere Minuten brauchen wir jedes Mal, um uns nach einem Blick aufs Handy wieder auf die eigentliche Aufgabe zu konzentrieren. Nicht verwunderlich also, dass sich immer mehr Menschen fühlen, als würden sie mit ihrer Arbeit nicht vorwärts kommen, obwohl sie gleich viel Zeit investieren. Wie können wir den E-Mail und Social Media Wahnsinn in den Griff bekommen? Wir haben ein paar Tipps.

Von Olivia Grubenmann

Drei Stunden täglich verbringen 17- bis 35-Jährige durchschnittlich am Smartphone. Die digitale Welt hat uns unglaublich viele Möglichkeiten eröffnet, uns zu vernetzen, zu informieren, zu unterhalten. Das klingt erst einmal super. Doch stellen wir uns vor, wir sind gerade dabei, einen Text für die Uni zu lesen, einen Bericht für die Arbeit zu schreiben, oder wir sind gerade mitten im kreativen Schaffensprozess. Jedes Mal, wenn eine E-Mail ins Postfach eintrudelt, oder wir eine WhatsApp Nachricht erhalten, schauen wir gespannt auf unser Display. Jedes Mal brauchen wir gut 15 Minuten, um gedanklich wieder zur Arbeit zurückzukommen, die wir gerade unterbrochen haben.

Ablenkung

Eine Studie der Universität Texas hat herausgefunden, dass es nicht hilft, das Handy einfach stumm- oder auszuschalten. Solange es auf dem Tisch liegt, lenkt es uns trotzdem ab. Anscheinend verlieren wir unseren Fokus alleine durch das Wissen, dass sich das Handy in Reichweite befindet. Wir sind dann nämlich bemüht, nicht nach dem Handy zu greifen um uns abzulenken. Und das lenkt ab. Was für ein Teufelskreis. Was können wir dagegen tun?

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Das hilft. Apps und andere Strategien

1. Apps

Einige Apps zeigen uns an, wie viele Minuten wir täglich am Handy verbringen oder wie oft wir das Handy in die Hand nehmen. So können wir festzustellen, ob wir etwas an unserer Handynutzung ändern wollen. Eine weitere Möglichkeit sind Apps, die den Zugriff für bestimmte Websites und Apps für einen festgelegten Zeitraum sperren.

Diese App zeigt uns an, wie viel Zeit wir täglich am Handy verbringen und wie oft wir das Gerät in die Hand nehmen.

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2. Aus den Augen aus dem Sinn

Das nächste Mal wenn wir uns konzentrieren sollen, schaffen wir das Handy ausser Sichtweite. Entweder lassen wir es in der Tasche, oder noch besser, in einem anderen Raum. So brauchen wir weniger Willenskraft und Konzentration, die wir stattdessen in unsere Arbeit fliessen lassen können.

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3. Handyfreie Tage/Stunden

Wir müssen uns ja nicht komplett vom Smartphone trennen. Es hilft bereits, jeden Tag einen handyfreien Zeitraum einzuplanen, oder einige Räume zu Hause zur handyfreien Zone zu erklären. Dies mag anfangs schwer sein, aber sobald diese Massnahmen zur Gewohnheit geworden sind, werden wir feststellen, dass wir viel entspannter sind.

4. Push-Nachrichten abstellen

Wir entsperren unser Handy etwa 53 Mal am Tag.

Davon ist wohl ein grosser Teil auf Push-Nachrichten zurückzuführen, die ununterbrochen um unsere Aufmerksamkeit buhlen. Ob Facebook Kommentare, Artikel, Updates oder E-Mails: Ständig werden wir von Push-Nachrichten unterbrochen. Jedes Mal entsperren wir den Bildschirm und schauen nach, wer geschrieben hat. Doch jetzt mal ehrlich: Wie viele der letzten 100 Push-Notifications waren denn wirklich dringend? Wahrscheinlich die Wenigsten. Damit wir uns nicht ständig von unnötigen Werbemails oder Nachrichten im Gruppenchat ablenken lassen, sollten wir uns selbst einen Gefallen tun und die Push-Nachrichten ausstellen. Wir werden sie bestimmt nicht vermissen.

5. Nicht immer erreichbar sein

Noch vor ein paar Jahren war es üblich, dass man jemanden über Mittag oder später am Abend nicht mehr angerufen hat. Seit WhatsApp sind wir jedoch ständig erreichbar und diese störfreie Zeit scheint sich immer mehr aufzulösen. Selbst wenn wir spätabends noch eine E-Mail vom Chef erhalten, antworten wir meistens noch. Wir haben das Gefühl, wir müssten dauernd erreichbar sein. Um das zu ändern, sollten wir mit den Menschen, mit denen wir am meisten kommunizieren, klare Zeiten abmachen, in denen wir nicht erreichbar sind.

Wir schauen etwa 88 Mal pro Tag aufs Handy.

Jedes Mal wird dadurch unsere Konzentration unterbrochen. Damit zerstückeln wir unseren Tag in unzählige kleine Fragmente und schaffen es immer seltener, in einen Arbeitsflow einzutauchen.

Produktiver und zufriedener

Wenn wir es schaffen, das Handy bewusster und weniger oft zu nutzen, können wir uns endlich besser konzentrieren, kommen schneller mit der Arbeit voran und sind insgesamt produktiver. Wenn wir nicht dauern online sind, können wir ausserdem unsere Umgebung wieder bewusst wahrnehmen und sind weniger oft von der Informationsflut des Internets überfordert.

Ganz ohne Handy muss nicht sein

In unserer vernetzten Welt ist es fast unmöglich, komplett auf das Handy zu verzichten. Und das muss auch nicht sein. Wichtig ist es, sich klar zu sein, wie viel Zeit man am Handy und verbringt und welche Apps einem die meiste Zeit „stehlen“. Mithilfe von handyfreien Tagen oder Apps, die unsere Nutzung anzeigen, können wir uns einen Überblick schaffen und wenn nötig etwas an unseren Handlungsmustern ändern.

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