In dieser Berner Strasse tut sich was

In der Monbijoustrasse in Bern folgt eine Neueröffnung der nächsten. Wir stellen euch unsere drei Favoriten vor: Das Ladenlokal Petit Couteau, der etwas andere Take-away von Contact und die Gelateria la Golosa.

Von Angelika Imhof

Seit drei Jahren fahre ich nun täglich die Monbijoustrasse hinauf und hinunter. Meiner Meinung nach bietet diese allgemein unterschätzte Strassenmeile so einiges: Im sympathischen Café Wanderer trinke ich regelmässig meinen Morgenkaffee und kann bis halb 12, wenn der Mittagsrush beginnt, wunderbar in aller Ruhe für die Uni arbeiten. Im Bücherbergwerk – meiner Meinung nach dem besten Bücherbroki überhaupt – finde ich regelmässig die tollsten Bücherschätze und im Transa Outlet habe ich einst meine ganze Wanderausrüstung ergattert (hat gerade bis zu 80% Ausverkauf).

Es lohnt sich also, der Monbijoustrasse mal einen Besuch abzustatten. Seit kurzem gibts dafür nun noch drei Gründe mehr.

Ladenlokal Petit Couteau 

Monbijoustrasse 6, 3007 Bern

Um das Konzept von Petit Couteau zu verstehen, muss man sich einen Moment Zeit nehmen. Es handelt sich nämlich um eine ganz neue Art einzukaufen: Auf verschiedenen Kochinseln werden 6 unterschiedlich schwierige Rezepte mit allen dafür benötigten Zutaten präsentiert. Man muss also weder lange im Internet nach einem guten Rezept suchen, noch die Regale nach den passenden Zutaten abgrasen – Petit Couteau liefert beides gleichzeitig. Zugleich ist Petit Couteau aber auch Pastabar am Mittag, Café am Nachmittag, Apèrolokal am Abend und ein Ort zum Zmörgele am Samstag.

Wir haben ein paar Worte mit den Gründern Fabienne und Raymond gewechselt, die das Start up seit rund einem Monat zusammen mit Fabiennes Bruder, einem Gault-Millau Koch, und einer Freundin führen.

Fabienne, wen versucht ihr als Zielgruppe zu erreichen?

Grundsätzlich alle, welche Lust am Kochen haben und neues entdecken möchten. Das kann zum Beispiel der Single sein, der gern mal gut für sich oder sein Date kocht. Die sich-bewusst-Ernährenden, die wissen möchten, woher ihre Produkte kommen und die den persönlichen Austausch mit uns schätzen. Und als drittes die Berufstätigen mit 1-2 Kindern, die noch rasch eine Kochidee brauchen, bevor das Kind aus der Kita geholt wird. Wobei sich die dritte Zielgruppe bisher noch nicht bestätigt hat.

Ist es nicht einiges teurer bei euch einzukaufen als bei Coop oder Migros?

Für Singles oder Päärchen, die keine Grosspackungen brauchen, bestimmt nicht. Ein einfaches Menü mit frischen, saisonalen Produkten für zwei Personen bekommst du zum Beispiel schon ab 12 CHF. Der grosse Vorteil von dieser Art einzukaufen, ist, dass der Food Waste minimiert werden kann, da du nur immer genauso viel kaufst, wie du brauchst und beispielsweise keine offene Paniermehlpackung im Schrank hast, die dann Monate vor sich hinvegetiert bis sie anfängt zu leben.

Der etwas andere Take-away von Contact

Monbijoustrasse 70, 3007 Bern

Erst gerade seit zwei Wochen hat der „etwas andere Take-away“ geöffnet, der von der Stiftung für Suchthilfe, Contact, geführt wird. Wobei die Betitelung ‚Take-away‘ eigentlich eine Unterbewertung ist, denn es ist zugleich auch ein richtig schmuckes, charmantes, kleines Lokal, das zum Verweilen vor Ort einlädt.

Im Contact-Lokal gibts jeden Mittag ein Vegi- und ein Fleischmenü – hergestellt aus frischen, saisonalen und regionalen Produkten. Auch das Brot wird stets selbstgebacken und der Kaffee aus der Kolbenmaschine hat schon mal super geschmeckt.

Bis jetzt hat das Take-away-Lokal jeweils von Montag bis Freitag, von 9 Uhr bis 14 Uhr offen. Wie der Leiter Philipp Flury aber betont, befinden sie sich noch stark in der Anfangs- und Ausprobierphase und sowohl Angebot als auch Öffnungszeiten können sich im Verlaufe der Zeit noch verändern.

Übringes funktioniert der Gastro-Betrieb gleichzeitig auch als Integrationsprogramm. Wir finden: Top!

Gelateria la Golosa

Monbijoustrasse 75, 3007 Bern

Es ist schon mutig, in Bern eine neue Gelateria zu eröffnen, wenn man bedenkt, wie sehr die Gelateria di Berna (zu Recht) in den Himmel gehypt wird. Die italienischen Betreiber von La Golosa haben es Ende Sommer 2017 gewagt – und differenzieren sich in einigem auch von der Gelateria die Berna.

So bieten sie beispielsweise nicht nur Glacé in der (veganen) Waffel oder im Becher, sondern auch selbstgemachte Glacé-Sticks, die aussehen wie Premium-Magnums oder Glacé-Cannelloni. Besonders interessant ist auch das Brioche-Gelato – wie der Name schon sagt, gibt es da eine Glacékugel im Brioche. Klingt für uns zwar sehr ungewohnt, scheint unter Italienern aber sowohl bekannt als auch beliebt zu sein.

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Hergestellt werden die Gelati von einer Italienerin, die zuvor schon 12 Jahre in Italien Glacé kreiert hat. Sie arbeitet ganz ohne Konservierungstoffe bzw. künstliche Stabilisatoren oder Farbstoffe. Auch sind einige der 24 Sorten stets saisonal. Im Moment gibts zum Beispiel Marroni-, Dattel-, Walnuss-Ahornsirup-, oder Gingerbreadglacé.

Auch toll: Man kann seine eigenen Früchte mitbringen und dann ein ganz individuelles Glacé kreieren lassen.

Die Gelateria hat dieses Jahr sicher noch bis zum 26. November geöffnet – das Saisonende ist noch nicht definiert. Voraussichtlich bleibt sie auch im Winter offen.

Ausserdem neu an der Monbijoustrasse und einen Besuch Wert:

  • Der Kunstraum Dreiviertel
  • Layup – ein Shop für Vinyl-, Graffiti- und Streetwear-Lovers

 

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