Getestet: Speed Dating

Jeder kennts – die wenigstens habens schon ausprobiert: Speed Dating. Jeanine (24) hat dem Ganzen spasseshalber eine Chance gegeben. Uns erzählt sie, warum sie es bei diesem einen Mal belassen wird.

Von Angelika Imhof

Jeanine, wie ist dieses Speed Dating konkret abgelaufen – wie muss ich mir das vorstellen?

Der Event hat in der Lirum Larum Bar in Bern im Gewölbekeller stattgefunden. Ich bin mit einer Freundin hingegangen – tatsächlich haben sich alle Frauen zu zweit angemeldet. Die Männer hingegen alle alleine.

Während alle Frauen schon relativ zeitig dort waren, kamen die Männer fast allesamt erst auf die letzte Minute dazu.

Und dann?

Du bekommst etwas zu trinken und setzt dich dann an einen langen Tisch – auf der einen Seite die Frauen, auf der anderen die Männer. Du hast dann genau 5 Minuten Zeit, um dich mit deinem Gegenüber zu unterhalten.

Die Frauen dürfen sitzen bleiben – die Männer müssen rotieren.

Jede Person hat ein Kärtchen vor sich, auf dem die Namen aller Gesprächspartner stehen. Am Schluss kreuzen dann alle Teilnehmer an, an wem sie interessiert sind und falls es einen Match gibt, erhältst du von den Organisatoren die E-Mail-Adresse des Anderen.

Wie viele Teilnehmer wart ihr?

Wir waren insgesamt 14 Frauen und 16 Männer. Deshalb gabs dann immer zwei überschüssige Männer, die an der Bar zwei Runden aussetzen mussten.

Gab es irgendwelche Teilnahmebedingungen?

Alle Personen sollten theoretisch zwischen 25 und 35 Jahren alt sein. In der Praxis gabs aber auch jüngere (wir) und einen Mann, der schon 37 Jahre alt ist.

Und was für Männer waren da, so ganz generell?

Ohne Ausnahme entweder BWL’er, Informatiker, Ingenieure, Ärzte oder Chemiker. Alle irgendwie zwischen 30-37 Jahre alt. So vom Typ: Gut verdienender, erfolgreicher Mann, der keine Zeit hat Frauen kennenzulernen.

Und die Frauen?

Die waren alle eher jünger, also unter 30. Auffallend viele Germanistinnen.

Gabs einen Mann, der dir sofort gefallen hat?

Einer schien auf den ersten Eindruck etwas spannender als die anderen. Aber um ehrlich zu sein, lag das auch nur am Vergleich – denn von den anderen war einfach gar keiner mein Typ.

Waren dann wenigstens die Gespräche gut?

Es gab eine gewisse Dynamik: Die ersten 4-5 Gespräche haben mit den üblichen Standard-Fragen wie „wie alt bist du?“ oder „was arbeitest du?“ begonnen. Das wird nicht nur mega schnell langweilig, es ist auch sehr kontraproduktiv, weil man sofort schubladisiert. Die späteren Gespräche wurden dann zunehmend kreativer, weil niemand mehr Lust auf diese 0815-Fragen hatte.

Inwiefern kreativer?

Einer hat zum Beispiel vorgeschlagen, dass wir uns jeweils drei Auswahloptionen geben. Er sagte etwa: „Blumen binden, Briefmarkensammeln, Aquarell malen.“ Ich musste dann raten, welche Option auf ihn zutrifft.

Welches war die romantischste Konversation?

Er: „Und – hast du deinen Prinzen schon gefunden?“

Ich: „Ich bin nicht auf der Suche nach einem Prinzen.“

Er: „Du willst nur Sex gell.“

Deine Lieblingsfrage?

Er: „Wenn du ein Gericht wärst, das man kochen könnte, welches wärst du?“

Ich: „Ein Schoggimousse“

Der schlechteste Spruch?

Er: „Ich habe ein Fitnessstudio. Ich weiss, man siehts.“

Wie viele Männer hast du am Schluss angekreuzt?

Nur einen – den mit dem Auswahloptionen-Gesprächsspiel.

Und gabs einen Match?

Leider nein.

Welche Erkenntnis nimmst du von diesem Speed Dating mit?

5 Minuten sind viel zu lang.

Denn eigentlich merkst du innerhalb von Sekunden, ob dich jemand interessiert oder nicht.

Und dass es halt doch relativ viel braucht, damit dir jemand wirklich sympa ist.

Es wäre eventuell erfolgsversprechender, wenn man schon bei der Anmeldung gewisse Interessen angeben müsste und die Gesprächsgruppen danach gebildet würden.

Als letzte Frage: Speed Dating und Tindern – wie verhält sich das deiner Meinung nach zueinander?

Speed Dating ist eigentlich sowas wie sinnliches Tindern. Im Gegensatz zu Tinder merkst du zum Beispiel gleich, wie jemand lacht oder wie er riecht.

Ein Unterschied ist sicher noch, dass die meisten beim Speed Dating an etwas Ernstem interessiert sind und nicht nur auf Spass aus sind, was bei Tinder sicher noch häufiger der Fall ist.

Infos zum Speed Dating

Organisator: Pech und Schwefel

Kosten: 50 CHF inkl. Getränke

Wo: 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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