True Talk mit Erasmusleuten #2

In den nächsten Wochen werden Klischees bestätigt und verworfen: Ich habe mit einigen Eramsusfreunden über ihr Land gesprochen. Diese Woche im Fokus ist Valentin aus Frankreich.

Von Angelika Imhof 

Valentin aus Frankreich

896602A3-D64F-45EB-A7BC-B79FCC169186 Welches Klischee über dein Land stimmt nicht?

Dass die Franzosen faul sind. Klar, sie streiken viel, aber dafür gibt es auch immer berechtigte Gründe.

Welches Klischee über dein Land stimmt?

Dass Franzosen immer was zu nörgeln haben: Auch wenn es gar nichts zu kritisieren gibt, wird kritisiert – aus purer Gewohnheit.

Welche Tradition wird noch stark gelebt?

Mir fallen nicht so viele Traditionen ein. Nur der Neujahrskuchen „galette des rois“ welchen wir typischerweise am 6. Januar essen. Es ist die französische Variante des deutschen Dreikönigkuchens. Irgendwo im Kuchen ist eine Bohne oder eine kleine Figur versteckt – wer sie findet ist König/in. Diese/r darf dann seine/n König/in aussuchen. Und immer wenn der/die König/in etwas trinkt, müssen alle anderen „Le roi boit“ rufen.

Welche Persönlichkeit aus Frankreich sollte man deiner Meinung nach kennen?

Den Kinder- und Jugendbuchautor Pierre Bottero! In seinen Büchern hat er eine ganz besondere Fantasiewelt entworfen, die sehr einzigartig ist. Leider ist er schon mit 45 Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen.

Ausserdem kennen sollte man Michel Ocelot, den Autor und Regiesseur von „Kirikou“. Er macht sehr starke Animationsfilme – und obwohl das in Frankreich kaum gefördert wird, bleibt er und geht nicht etwa nach Japan dafür.

Was läuft in deinem Land nicht so gut?

Macron bzw. alles was er macht. Besonders die Wichtigkeit und Dringlichkeit von ökologischen Themen wird nicht erkannt. Grundsätzlich haben wir einfach ein grosses Demokratieproblem: Es kommt mir oft so vor, als sei Macron der Monarch und seine Abgeordneten der Hof.

Ein unterschätzter Ort in deinem Land:

Die patriotische Antwort: Die Normandie mit ihrer wilden Küste und dem speziellen Licht, das insbesondere die Impressionisten so begeistert hat.

Die weniger patriotische Antwort: Der Wald von Brocéliande in der Bretagne.

Vielen Dank für das Interview Valentin!

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